Schutz von Arten der Galapagos Inseln durch nachhaltige Bewirtschaftung der Anbauflächen.

Die Galapagos Inseln mit ihrer Flora und Fauna gehören zu den erhaltenswertesten Lebensräumen der Erde. Zur Bevölkerung von ca. 30,000 kommen jährlich noch rund 160,000 Touristen. Die Inseln sind weitgehend auf die Versorgung aus dem Mutterland Ecuador angewiesen. Die Güter werden auf dem Luft- und Seeweg transportiert. Es wird vermutet, dass mit jedem größeren Transport im Mittel zwei fremde Arten euf die Inseln eingeschleppt werden, die sich womöglich invasiv verhalten. Bisher gibt es schon mit Rubus niveus und Lantana camara gro├če Probleme. Zu den wenigen Möglichkeiten der Selbstversorgung gehören der Fischfang der Anbau auf den Inseln. Anbauflächen gehen allerdings zu Lasten der natürlichen Flora und Fauna. Das Projekt hatte zum Ziel, daran mitzuarbeiten, um der Bevölkerung Wege und Methoden zur nachhaltigen Bewirtschaftung beispielhaft vorzuführen. Die Arbeiten wurden im Sommer 2010 durchgeführt.

Im Rahmen dieses Projekts wurde eine Ruderalfläche zunächst von jeder Vegetation befreit und durch Einzäunen gegen Schäden durch verwilderte Schweine geschützt. Gleichzeitig wurden Jungpflanzen von Tomaten, Gurken, Auberginen und Wassermelonen bis zur Auspflanzreife vorkultiviert. Rankhilfen für Tomaten- und Gurkenpflanzen wurden aus geeigneten Hölzern der Rodungsflächen gefertigt.

Das Auspflanzen der vorgezogenen Pflänzchen erfolgte nach der Methode des "Alley Croppings". Als Dünger standen Holzasche und Kompost zur Verfügung. Zur Verminderung der Bodenerosion wurden zwischen den Reihen grobe Holzspäne ausgebracht. Maßnahmen zum Pflanzenschutz erwiesen sich als kaum erforderlich. Gelegentliches Auftreten von Schädlingen im Mais wurde erfolgreich mit einem selbstgefertigten Präparat aus Chili und Knoblauch behandelt.

Als Ergebnis erscheint der nachhaltige ökologische Landbau eine wesentliche Maßnahme, um Einflüsse auf die Umwelt zu minimieren. Daneben stand im Rahmen des Projekts die Restaurierung bereits geschädigter Lebensräume als flankierende Maßnahme im Vordergrung. Auf der Insel San Cristobal besteht bereits eine Baumschule, die sich mit der Aussat und Aufzucht einheimischer Arten befasst. Diese Arbeiten konnten im Rahmen des geförderten Projekts unterstützt werden durch das Sammeln von Samen endemischer Pflanzenarten, ihre Aufzucht und ihr Auspflanzen auf zur Renaturierung geeignete Flächen.

Das Projekt war in bereits laufende Projekte auf den Galapagos Inseln eingebettet und benutzte deren Infrastruktur. Betreuer an der Hochschule RheinMain war Herr Prof. Dr. Joachim Heller. Text: Jannis Meckelburg, Gerd Esser